Datum: 19.03.2020
Status: Abgeschlossen
Sitzungsort: Rathaus Großer Sitzungssaal
Gremium: Verwaltungs- und Bauausschuss


Nichtöffentliche Sitzung

Öffentliche Sitzung, 19:01 Uhr bis 20:18 Uhr

TOP-Nr. Bezeichnung
8 Baugesuche
8.1 Neubau einer Doppelgarage, Hölderlinstr. 5, Flst. 757/1
8.2 Antrag auf Befreiung zur Errichtung eines Carports, Hohensteiner Straße, Flst. 2993/4 und 2993
8.3 Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses mit neun Wohnungen, zwei Arztpraxen und einer Pflege-WG
8.4 Bauvoranfrage zum Neubau von zwei Doppelhaushälften, Friedrichstraße/ Meisenweg, Flst. 2149, 2151/1, 2151/2
8.5 Anbau und Modernisierung des bestehenden Einfamilienhauses, Friedenstraße 24, Flst. 777/5
8.6 Errichtung eines Naturkindergartens, Flst. 1211, Gewann Loch
9 Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Verwaltungs- und Bauausschuss

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8. Baugesuche

Gremium Sitzung Sitzungsdatum ö / nö Beratungstyp TOP-Nr.
Verwaltungs- und Bauausschuss Verwaltungs- und Bauausschuss 19.03.2020 ö 8
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8.1. Neubau einer Doppelgarage, Hölderlinstr. 5, Flst. 757/1

Gremium Sitzung Sitzungsdatum ö / nö Beratungstyp TOP-Nr.
Verwaltungs- und Bauausschuss Verwaltungs- und Bauausschuss 19.03.2020 ö 8.1

Sachverhalt

Frau Heller erläutert den Sachverhalt:

Das Vorhaben liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplans „Baulinienänderung zum Bebauungsplan „Ehewiesen““.

Geplant ist der Neubau einer Doppelgarage im südlichen Teil des Grundstücks.

Die Abstandsvorschriften sind nach erster Sichtprüfung eingehalten, werden aber nochmals durch das Baurechtsamt überprüft.

Derzeit wird noch die Übereinstimmung der Festsetzungen mit dem Bebauungsplan überprüft. Das Ergebnis wird als Tischvorlage nachgereicht.

Diskussionsverlauf

Frau Heller erläutert ergänzend die Tischvorlage:

Ergänzend zu den bereits versandten Erläuterungen wurde wie angekündigt in Rücksprache mit dem Baurechtsamt geprüft, ob Festsetzungen des Textteils des maßgeblichen Bebauungsplans verletzt sind. Insbesondere ging es um die Klärung, ob die Doppelgarage aufgrund ihrer Größe nicht mehr als Garage gewertet wird, sondern als Nebenanlage nach § 3 Abs. 2 des Textteils, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Garage voraussichtlich zum Abstellen von gewerblich genutzten Fahrzeugen dient.

Nach Beurteilung des Baurechtsamts ist die Garage aber trotz der Größe auch als solche zu bewerten, die Garage ist an der geplanten Stelle demnach grundsätzlich zulässig. Bei begründetem Verdacht kann aber eine Auflage in die Genehmigung aufgenommen werden, dass die Garage nicht zweckfremd oder für gewerbliche Zwecke genutzt werden darf.

Mit Blick auf die Umgebungsbebauung ist im Übrigen keine auffallend höhere Versiegelung oder Ausnutzung des Grundstücks festzustellen.


Im Gremium wird die mögliche gewerbliche Nutzung kritisch gesehen, die kommunale Stellungnahme soll eine derartige Nutzung daher ausschließen.

Abstimmungsbemerkung
Nach kurzer Aussprache fasst das Gremium auf Vorschlag der Verwaltung einstimmig folgenden

Beschluss

1. Das gemeindliche Einvernehmen gem. § 36 BauGB zum Bauvorhaben wird erteilt.

2. Die Gemeinde Kirchheim weist darauf hin, dass die Garage nicht zweckentfremdet und für gewerbliche Zwecke genutzt werden darf. Das Baurechtsamt wird daher gebeten, eine entsprechende Auflage in die Baugenehmigung aufzunehmen oder vom Antragsteller einen Nachweis zu fordern, dass die abzustellenden Fahrzeuge nicht gewerblich genutzt werden .

Beschluss öffentlich

Abstimmungsergebnis
Dafür: 8, Dagegen: 0, Enthaltungen: 0

Dokumente
Download Anlage TOP 8.1 VBAö 19.03.2020.pdf
Download Tischvorlage TOP 8.1 VBAö 19.03.2020.pdf

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8.2. Antrag auf Befreiung zur Errichtung eines Carports, Hohensteiner Straße, Flst. 2993/4 und 2993

Gremium Sitzung Sitzungsdatum ö / nö Beratungstyp TOP-Nr.
Verwaltungs- und Bauausschuss Verwaltungs- und Bauausschuss 19.03.2020 ö 8.2

Sachverhalt

Das Vorhaben befindet sich im Geltungsbereich des Bebauungsplans „Südlich des Friedhofs“.

Geplant ist die Errichtung eines Carports zur Unterstellung von zwei Fahrzeugen. An dieser Stelle existieren bereits offene Stellplätze.

Der Bebauungsplan lässt an dieser Stelle keine Carports zu, daher wäre eine Befreiung erforderlich. Mit Zustimmung des Bauherrn wird dessen Begründung für die Befreiung dargelegt:

Das bereits herausgelöste Flst. 2993/4 soll um etwa 1,5m erweitert werden, damit der Carport gemäß beigefügtem Plan errichtet werden kann. Die Fahrzeuge des Bauherrn wurden bereits drei Mal angefahren (PKW) und zwei Mal umgefahren (Motorräder). Des Weiteren findet häufig eine Fremdnutzung der privaten Stellplätze statt.

Diskussionsverlauf

Bürgermeister Seibold ergänzt, dass frühere Anträge auf den benachbarten Grundstücken abgelehnt worden seien.

Gemeinderat Hennig kann einerseits den Wunsch der Antragsteller nachvollziehen, die Fahrzeuge zu schützen. Andererseits kann er einen Carport städtebaulich und mit Blick auf die Sichtbeziehungen an dieser Stelle nicht befürworten, zumal dann weitere Anträge für die verbleibende Hoffläche zu erwarten seien, die kaum noch abgelehnt werden könnten. Bürgermeister Seibold teilt diese Bedenken.

Mit Blick auf die gebotene Gleichbehandlung im Falle weiterer Anträge sieht Gemeinderat Vogt den Antrag ebenfalls kritisch.

Gemeinderat Schneider schlägt vor, zum Schutz der Fahrzeuge gegen Anfahren einfache Pfosten aufstellen anstatt des beantragten Carports, den er aus städtebaulicher Sicht nicht befürworten könne.

Gemeinderat Brückner schließt sich dem Vorschlag von Gemeinderat Schneider, lediglich Pfosten als Schutz aufzustellen an.

Bürgermeister Seibold kann aus städtebaulicher Sicht den Carports ebenfalls nicht zustimmen. Die vom Gremium als Alternativen vorgeschlagenen Lösungen halte er für praktikabel, um das Ziel des Antragstellers ebenfalls zu erreichen.

Abstimmungsbemerkung
Nach kurzer Aussprache fasst das Gremium auf Antrag der Verwaltung bei einer Enthaltung (Gemeinderätin Schemminger) folgenden

Beschluss

1. Das gemeindliche Einvernehmen gem. § 36 i.V.m. § 31 Abs. 2 BauGB zur beantragten Befreiung wird nicht erteilt.
2. Dem Bauherrn wird empfohlen, andere, baurechtlich nicht relevante Maßnahmen zum Schutz der Fahrzeuge umzusetzen.

Beschluss öffentlich

Abstimmungsergebnis
Dafür: 7, Dagegen: 0, Enthaltungen: 1

Dokumente
Download Anlage TOP 8.2 VBAö 19.03.2020.pdf

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8.3. Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses mit neun Wohnungen, zwei Arztpraxen und einer Pflege-WG

Gremium Sitzung Sitzungsdatum ö / nö Beratungstyp TOP-Nr.
Verwaltungs- und Bauausschuss Verwaltungs- und Bauausschuss 19.03.2020 ö 8.3

Sachverhalt

Frau Heller erläutert den Sachverhalt:

Das Vorhaben liegt nicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplans und ist damit nach § 34 BauGB zu beurteilen. Zudem liegt das Vorhaben im Sanierungsgebiet „Ortskern III“.

Geplant ist der Neubau eines Mehrfamilienhauses mit neun Wohnungen, zwei Arztpraxen und einer Pflege-WG. Die notwendigen Stellplätze sollen in einer Tiefgarage mit 14 Stellplätzen mit Zufahrt über die Walheimer Straße sowie mit zehn oberirdischen Stellplätzen entlang der Schillerstraße nachgewiesen werden.

Bei der Beurteilung, ob sich das Bauvorhaben in die Umgebungsbebauung einfügt, sind Dachform, Dachneigung und Geschossigkeit keine Faktoren, die relevant sind. Wichtig sind stattdessen vor allem die Baumasse sowie die Höhe der Gebäude. Die vorliegende Planung wurde in dieser Hinsicht bereits mit der Baurechtsbehörde abgestimmt und als genehmigungsfähig eingestuft.

Die Abstandsflächen werden nach erfolgter Umplanung im Wesentlichen eingehalten, geprüft wird derzeit noch der südliche Grenzbau zum Grundstück Walheimer Str. 4.

Mit der Planung wird wie vorgesehen das bestehende Wegerecht der rückwärtigen Gebäude Walheimer Straße 8 und 8/1 erhalten bzw. sogar verlängert bis zur Schillerstraße, sodass nun auch faktisch ein Durchgang ermöglicht wird.

Im Übrigen wurde das Gebäude aus gestalterischer Sicht in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Stadtplaner Herrn Neulinger abgestimmt.

Da mittlerweile die vorgelegten Unterlagen vom Landratsamt als Grundlage für eine Prüfung anerkannt wurden, soll auch eine erneute Beratung und Beschlussfassung im Verwaltungs- und Bauausschuss stattfinden.  

Abstimmungsbemerkung
Nach kurzer Aussprache fasst das Gremium auf Antrag der Verwaltung einstimmig folgenden

Beschluss

Das gemeindliche Einvernehmen zum Vorhaben gem. § 36 zum Vorhaben wird erteilt. Die sanierungsrechtliche Genehmigung wird unter der Auflage erteilt, dass Farb- und Materialwahl mit der Gemeinde als Sanierungsträgerin abgestimmt werden müssen.

Beschluss öffentlich

Abstimmungsergebnis
Dafür: 8, Dagegen: 0, Enthaltungen: 0

Dokumente
Download Anlage TOP 8.3 VBAö 19.03.2020.pdf

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8.4. Bauvoranfrage zum Neubau von zwei Doppelhaushälften, Friedrichstraße/ Meisenweg, Flst. 2149, 2151/1, 2151/2

Gremium Sitzung Sitzungsdatum ö / nö Beratungstyp TOP-Nr.
Verwaltungs- und Bauausschuss Verwaltungs- und Bauausschuss 19.03.2020 ö 8.4

Sachverhalt

Das Bauvorhaben liegt im Geltungsbereich des qualifizierten Bebauungsplans „Lüssen-Bachrain-Laiern - 3. Änderung“.

Geplant sind zwei Doppelhäuser mit vier Garagen und vier Stellplätzen. Die Festsetzungen des Bebauungsplans zu Geschossigkeit, Dachform, Dachneigung und Höhenbegrenzung sind eingehalten.

Im Rahmen einer Bauvoranfrage wurden bereits am 18.11.2019 die Überschreitungen der Baugrenze mit den Garagen und den Terrassen behandelt. Der Verwaltungs- und Bauausschuss hat in diesem Zusammenhang die Überschreitung des Baufensters mit den Garagen abgelehnt, einer Befreiung für die Terrassen wurde in einem Umfang bis zu 2m außerhalb der Baugrenze analog zu Nachbargrundstücken zugestimmt.

Nach wie vor werden mit der vorliegenden Planung die vorhandenen Garagenbaufenster nicht ausgenutzt. Mit einer Nutzung dieser Möglichkeiten könnte auf Befreiungen nahezu vollständig verzichtet werden.

Die Terrassen überschreiten die Baufenster um ca. 1,8m. Die Überschreitung liegt damit im Rahmen der in Aussicht gestellten Befreiung, ein Einvernehmen ist daher zu empfehlen.

Der Antragsteller bringt nun im Zuge des Genehmigungsverfahrens vor, dass die Zufahrt zum Garagenbaufenster nicht möglich sei durch den in unmittelbarer Nähe befindlichen Kreisverkehr bzw. zumindest keine verkehrssichere Zu- und Abfahrt gewährleistet werden könne.

Zudem wird eine Befreiung zur Überschreitung der GRZ um 101m² bzw. 18,9%  beantragt, die durch die Zufahrt für das Grundstück 2149 zustande kommt. Die Zufahrt als solche, die ebenfalls im Gegenstand der Bauvoranfrage war, ist zwar grundsätzlich zulässig. Die Überschreitung der GRZ wurde zum damaligen Zeitpunkt jedoch noch nicht dargestellt.

Diskussionsverlauf

Frau Heller ergänzt, dass außer den noch nicht ausgenutzten Garagenbaufenstern auch die Möglichkeit bestehe, offene Stellplätze außerhalb des Baufensters zu errichten.

Abstimmungsbemerkung
Nach kurzer Aussprache fasst das Gremium auf Antrag der Verwaltung einstimmig folgenden

Beschluss

1. Das gemeindliche Einvernehmen gem. § 36 i.V.m. § 31 Abs. 2 BauGB zum Vorhaben und zur beantragten Befreiung zur Überschreitung der Baugrenzen mit den Terrassen wird erteilt.
2. Das gemeindliche Einvernehmen gem. § 36 i.V.m. § 31 Abs. 2 BauGB zu den beantragten Befreiungen zur Überschreitung der Baugrenzen mit den Garagen und zur Überschreitung der GRZ wird nicht erteilt.

Beschluss öffentlich

Abstimmungsergebnis
Dafür: 8, Dagegen: 0, Enthaltungen: 0

Dokumente
Download Anlage TOP 8.4 VBAö 19.03.2020.pdf

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8.5. Anbau und Modernisierung des bestehenden Einfamilienhauses, Friedenstraße 24, Flst. 777/5

Gremium Sitzung Sitzungsdatum ö / nö Beratungstyp TOP-Nr.
Verwaltungs- und Bauausschuss Verwaltungs- und Bauausschuss 19.03.2020 ö 8.5

Sachverhalt

Frau Heller erläutert den Sachverhalt:

Das Vorhaben liegt im Geltungsbereich des einfachen Bebauungsplans „Ortsbauplan „Landhaus-Friedenstraße““.

Geplant ist ein zweigeschossiger Anbau mit Flachdach sowie diverse interne Umbauten zur Modernisierung des bestehenden Einfamilienhauses. Der Anbau überschreitet die Firsthöhe des bestehenden Gebäudes nicht.

Allerdings liegt der Anbau mit ca. 2,40 m im Bauverbot. Innerhalb der bebaubaren Fläche wäre ein Anbau nur noch mit 3,10 m zulässig, geplant ist der Anbau mit insgesamt 5,50 m. Beim Nachbargebäude wurde eine Befreiung für das Wohngebäude mit 1,74 m gewährt.

Das Landratsamt könnte einer Überschreitung des Bauverbots zustimmen, da im rückwärtigen Bereich dennoch viel Grünfläche erhalten und ein ausreichender Abstand zu den Nachbargrundstücken eingehalten wird.

Abstimmungsbemerkung
Nach kurzer Aussprache fasst das Gremium auf Antrag der Verwaltung einstimmig folgenden

Beschluss

Das gemeindliche Einvernehmen gem. § 36 i.V.m. § 31 Abs. 2 BauGB zum Vorhaben und zur beantragten Befreiung wird erteilt.

Beschluss öffentlich

Abstimmungsergebnis
Dafür: 8, Dagegen: 0, Enthaltungen: 0

Dokumente
Download Anlage TOP 8.5 VBAö 19.03.2020.pdf

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8.6. Errichtung eines Naturkindergartens, Flst. 1211, Gewann Loch

Gremium Sitzung Sitzungsdatum ö / nö Beratungstyp TOP-Nr.
Verwaltungs- und Bauausschuss Verwaltungs- und Bauausschuss 19.03.2020 ö 8.6

Sachverhalt

Frau Heller erläutert den Sachverhalt:

Die Gemeinde Kirchheim am Neckar plant, auf dem Flst. 1211 im Außenbereich im Gewann Loch die Errichtung eines Naturkindergartens in Form eines Bauwagens. Zwei weitere umliegende Grundstücke können als Freifläche genutzt werden.

Die ersten Vorgespräche mit der unteren Naturschutzbehörde haben ergeben, dass der Naturkindergarten am geplanten Standort möglicherweise genehmigungsfähig ist. Zu einer endgültigen Beurteilung muss jedoch der Bauantrag vorgelegt werden.

Vor dem Hintergrund, dass außer den baurechtlichen Aspekten auch der naturschutzrechtliche Aspekt sowie die Vorschriften für Arbeitsstätten geprüft werden müssen, sind deshalb im Landratsamt auch die entsprechenden Fachbehörden zu beteiligen. Die Gemeinde ist deshalb auch aufgefordert, Aussagen zur Zubringer- bzw. Abholsituation zu treffen, und wird dem Bauantrag ein entsprechendes Konzept einreichen.  

Abstimmungsbemerkung
Nach kurzer Aussprache fasst das Gremium auf Antrag der Verwaltung einstimmig folgenden

Beschluss

Das gemeindliche Einvernehmen gem. § 36 BauGB zum Bauvorhaben wird erteilt.

Beschluss öffentlich

Abstimmungsergebnis
Dafür: 8, Dagegen: 0, Enthaltungen: 0

Dokumente
Download Anlage TOP 8.6 VBAö 19.03.2020.pdf

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9. Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Verwaltungs- und Bauausschuss

Gremium Sitzung Sitzungsdatum ö / nö Beratungstyp TOP-Nr.
Verwaltungs- und Bauausschuss Verwaltungs- und Bauausschuss 19.03.2020 ö 9

Diskussionsverlauf

a) Bauvoranfrage zu einem Anbau in der Uhlandstraße 64

- Gemeinderat Schneider ist befangen und verlässt den Sitzungstisch. -

Frau Heller erläutert den Sachverhalt:

Das Gebäude Uhlandstraße 64 liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplans „Zwischen Uhland- und Friedrichstraße“. Mit diesem Bebauungsplan wurden auch für Bestandsgebäude Baufenster festgesetzt.

Geplant ist die eingeschossige Erweiterung des Wohnraums an der Südseite mit einer tiefer liegenden Garage / Carport sowie die Erweiterung der Dachgaube an der Nordseite des Gebäudes (Anlagen 1 und 2).

Für die Erweiterung an der Südseite liegt eine deutliche Überschreitung des Baufensters vor. Hintergrund für die Erweiterung des Wohnraums an dieser Stelle ist der Zuschnitt des Grundrisses, der bei einem Anbau an der Nordseite zu einem aufwändigen Umbau von wesentlichen Bestandteilen wie z.B. Küche und Bad führen würde.

Andererseits gibt es für dieses Grundstück kein festgesetztes Baufenster für Garagen oder Carports, diese müssten in nahezu jedem Fall außerhalb des Baufensters mit einer Befreiung errichtet werden. Zudem besteht bereits eine etwas kleinere Garage, für die es zwar keine Genehmigung gibt, es kann aber auch nicht mehr nachvollzogen werden, ob die Garage vor Inkrafttreten des Bebauungsplans und damit genehmigungsfrei errichtet wurde. Diese Garage ist jedoch sanierungsbedürftig und muss ersetzt werden.

Auch die Größe der Dachgaube überschreitet die nach Ziff. C.1.4 des Bebauungsplans maximal zulässige Länge von einem Drittel um ca. 1,90 m. Die bereits bestehende Gaube an der Südseite überschreitet diese Maße ebenfalls bereits geringfügig.

Die Eigentümer haben deshalb gebeten, mittels einer Bauvoranfrage zu prüfen, ob die gewünschten Befreiungen seitens des Verwaltungs- und Bauausschusses genehmigt würden.

Gemeinderat Hennig kann die Befreiungen mittragen, da auch die Gaube von der Straße keine verändernde städtebauliche Wirkung habe.

Bürgermeister Seibold sieht es zwar als kritisch an, in diesem Gebiet, in dem es bislang keine beachtlichen Befreiungen gebe, bei einer der ersten Anfragen einer derart massiven Befreiung zuzustimmen, da damit eindeutig ein Präzedenzfall geschaffen werde. Andererseits seien die Begründungen für die Befreiungen nachvollziehbar.

Abstimmungsbemerkung
Nach kurzer Aussprache fasst das Gremium auf Antrag der Verwaltung einstimmig folgenden

Beschluss 1

Das gemeindliche Einvernehmen gem. § 36 i.V.m. § 31 Abs. 2 BauGB zu den beantragten Befreiungen zur Überschreitung der Baugrenze mit einem Anbau und einer Garage sowie zur Überschreitung der maximal zulässigen Länge einer Dachgaube wird im beantragten Umfang erteilt.

- Gemeinderat Schneider nimmt wieder am Sitzungstisch Platz. –


b) Genehmigung für Brunnenbohrung für die Frostberegnungsgemeinschaft Hohenstein-Berg

Herr Bothner erläutert, dass Ende 2019 eine Genehmigung für eine Brunnenbohrung für die Frostberegnungsgemeinschaft Hohenstein-Berg erhalten habe und das auf dieser Grundlage erstellte Gutachten dazu führe, dass sowohl das Landratsamt als auch die Stadtwerke keine Einwände gegen den geplanten Brunnen erheben.

Bürgermeister Seibold sieht aufgrund dieser fachlichen Stellungnahme kaum Möglichkeiten, die kommunale Stellungnahme als Ablehnung abzugeben, da man sonst im Zweifel die Bedenken auch nachweisen müsste durch ein eigenes Gutachten.

Beschluss öffentlich 1

Abstimmungsergebnis
Dafür: 7, Dagegen: 0, Enthaltungen: 0

Abstimmungsbemerkung
Nach kurzer Aussprache fasst das Gremium auf Antrag der Verwaltung einstimmig folgenden

Beschluss 2

Die Gemeinde Kirchheim am Neckar macht keine Bedenken gegen den geplanten Neubau eines Brunnens geltend.


c) Erhebung von Kindergartengebühren während der Schließung der Kinderbetreuungseinrichtungen aufgrund der Corona-Verordnung

Bürgermeister Seibold bittet um Beratung zu der Frage, ob und in welchem Umfang die Kindergartengebühren weiter erhoben werden sollten, während die Kinderbetreuungseinrichtungen nach Maßgabe der Corona-Verordnung geschlossen blieben. Zwar sehe der Vertrag vor, dass es keine Befreiung für kurzfristige Betriebseinstellungen gebe, er halte das aber für kaum vermittelbar. Die Verwaltung schlägt daher vor, die Eltern von der Zahlung der Kindergartengebühren zunächst für den Monat April zu befreien.

Gemeinderat Vogt begrüßt dieses Vorgehen als wichtiges Signal für die betroffenen Eltern, die durch die Krise belastet seien.

Beschluss öffentlich 2

Abstimmungsergebnis
Dafür: 8, Dagegen: 0, Enthaltungen: 0

Abstimmungsbemerkung
Nach kurzer Aussprache fasst das Gremium auf Antrag der Verwaltung einstimmig folgenden

Beschluss 3

Für den Monat April 2020 werden aufgrund der Schließung der Kinderbetreuungseinrichtungen (Kinderhäuser Klecks und Arche, Kernzeitbetreuung) durch die Corona-Verordnung keine Gebühren erhoben.


d) Gemeinderat Hennig – Sachstand zum Abbruch des Quartiers Badgasse 2-4 und Hauptstraße 59-63

Gemeinderat Hennig erkundigt sich, wann das Quartier gegenüber des Rathauses abgebrochen werde, nachdem im Januar angekündigt worden sei, dass der Abbruch im Februar beginnen solle.

Bürgermeister Seibold berichtet, dass der Investor vor einem Abbruchbeginn offenbar noch grundbuchrechtliche Formalitäten klären müsse.


e) Gemeinderat Hennig – Sachstand zur Stellenbesetzung in der Sozialarbeit

Gemeinderat Hennig erkundigt sich, ob es Neuigkeiten zur Besetzung der offenen Stelle in der Sozialarbeit gebe.

Bürgermeister Seibold berichtet, dass es eine gute Bewerbung gebe, die für die 50%-Stelle der Schulsozialarbeit eingestellt werden sollte. Die Vollzeitstelle in der offenen Jugendarbeit könne leider nach wie vor mangels Bewerbungen nicht besetzt werden.

Beschluss öffentlich 3

Abstimmungsergebnis
Dafür: 8, Dagegen: 0, Enthaltungen: 0

Datenstand vom 07.05.2020 19:44 Uhr